Waldausgleich: CDU-Regionalräte beklagen zweierlei Maß

12.03.2017

Fraktion spricht sich dafür aus, Vertreter der Forstdirektion in den Planungsausschuss des Regionalverbandes einzuladen, um ihren Kurs zu erläutern - "Ochsenwäldle"

Region Nordschwarzwald. Wenn Kommune für Gewerbe- oder Wohngebiete Wald in Anspruch nehmen, verlangt der Forst Ersatzpflanzungen. Doch bei diesem Waldausgleich legt die Forstdirektion nach Auffassung der CDU-Fraktion im Regionalverband Nordschwarzwald zweierlei Maß an. Bei einer Fraktionssitzung in Pforzheim wurde darauf verwiesen, dass der Forst in der Regel einen Ausgleich eins zu eins fordere, aber beim geplanten Pforzheimer Gewerbegebiet „Ochsenwäldle“ mit einem Bruchteil dessen als Ausgleich für die angestammte Waldfläche zufrieden sei. „Obschon dies der alten Forderung von uns entspricht, nicht auf dem vollen Waldausgleich zu bestehen, muss dies dann aber auch für alle Kommunen gelten“, fasst Fraktionsvorsitzender Günter Bächle (Mühlacker) die Haltung der CDU-Regionalräte zusammen.

Um landwirtschaftliche Flächen zu schonen, sei es ein Anliegen, lieber Wald für Gewerbegebiete in Anspruch zu nehmen, so die Union. Wenn dann aber die Forstverwaltung auf Ersatzpflanzungen im gleichen Ausmaß poche, zahle die Landwirtschaft letztlich doch die Zeche, denn zumeist würden ihre Flächen für Ersatzpflanzungen herangezogen. Insgesamt sei es schwieriger geworden, überhaupt Areale für den Waldausgleich zu finden. Zudem gebe es in der Region Nordschwarzwald bei zahlreichen Kommunen schon jetzt einen so hohen Waldanteil, dass ein Eingriff in Maßen durchaus verschmerzbar sei, ohne diesen auszugleichen. Die CDU-Fraktion spricht sich dafür aus, Vertreter der Forstdirektion in den Planungsausschuss des Regionalverbandes einzuladen, um ihren Kurs zu erläutern.

Beim „Ochsenwäldle“ geht es um eine Waldfläche von 65 Hektar, auf denen die Stadt Pforzheim ein Gewerbe- und Industriegebiet entwickeln möchte. Dieses Areal liegt in unmittelbarer Nähe zur Autobahnanschlussstelle Pforzheim-Süd und befindet sich im Eigentum des Landes. Pforzheim ist derzeit im Gespräch mit den Nachbargemeinden Niefern-Öschelbronn und Wurmberg wegen der Entwicklung eines interkommunalen Gewerbegebiets. Zwar bejahe die CDU-Regionalverbandsfraktion ein ausreichend großes neues Gewerbegebiet fürs Oberzentrum, doch müsse vor dem zehnten der erste Schritt erfolgen. Wenn OB Gert Hager von der Ansiedlung eines Porsche-Zulieferers spreche, verteile er aus Wahlkampfgründen das Fell des Bären, noch bevor dieser erlegt sei. Das Gewerbegebiet sei nicht einmal im Ansatz planungsrechtlich gesichert. Die Erfahrung mit solchen Verfahren lehre, „dass es anders kommen kann als man denkt“.

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