CDU-Regionalräte bei der Wirtschaftsförderung Nordschwarzwald

14.09.2016

Beispielhaft: das größte Kunststoff-Netzwerk Baden-Württembergs. Thema auch das geplante Zentrum für Präzisionstechnik in Pforzheim

Vor dem Grün, das für den Nordschwarzwald steht: Von rechts WFG-Geschäftsführer Jochen Protzer, CDU-Fraktionsvorsitzender Günter Bächle (Mühlacker) sowie die Regionalräte Michael Seiss (Friolzheim), Anneliese Graf (Pforzheim), Kurt Ebel (Remchingen), Andreas Herkommer (Pforzheim), Carsten von Zepelin (Pforzheim) sowie Andreas Hölzlberger (Haiterbach).
Vor dem Grün, das für den Nordschwarzwald steht: Von rechts WFG-Geschäftsführer Jochen Protzer, CDU-Fraktionsvorsitzender Günter Bächle (Mühlacker) sowie die Regionalräte Michael Seiss (Friolzheim), Anneliese Graf (Pforzheim), Kurt Ebel (Remchingen), Andreas Herkommer (Pforzheim), Carsten von Zepelin (Pforzheim) sowie Andreas Hölzlberger (Haiterbach).

Pforzheim. Sechzig Cent pro Einwohner und Jahr bezahlen die Stadt Pforzheim sowie die Landkreise Calw, Enz und Freudenstadt für die Wirtschaftsfördergesellschaft Nordschwarzwald (WFG), die am Pforzheimer Leopoldplatz ihren Sitz und im Landratsamt Freudenstadt einen Außenposten hat. Gut eine halbe Million Euro kommen dabei zusammen. Gut investierte Gelder seien das, sagten jetzt CDU-Regionalräte nach einem Besuch bei der WFG, die eine Art Werbeagentur für die Region zwischen Illingen und Alpirsbach sei. „Wir wollen die WFG weiter stärken und sehen dabei auch den Regionalverband als einer der Gesellschafter in der Verantwortung“, fasste der Vorsitzende der CDU-Regionalverbandsfraktion, Günter Bächle (Mühlacker), die Position der Union zusammen.

Im Mittelpunkt des Besuchs stand, so die Pressemitteilung der Fraktion, das Gespräch mit dem neuen WFG-Geschäftsführer Jochen Protzer, seiner Stellvertreterin Nadine Kaiser sowie den weiteren Teammitarbeitern. Die Themenpalette reichte demnach von Aktionen zum Abbau des Fachkräftemangels, der besseren Kooperation zwischen Unternehmen und Hochschulen und der Gewerbeimmobilienbörse bis zu Förderungen aus Töpfen der Europäischen Union (EU). Protzer sagte auf Fragen, in Abstimmung mit den Gesellschaftern könne das Aufgabenspektrum auch noch erweitert werden.

Wie hoch die Mittel sind, die jährlich aus Brüssel in die Region Nordschwarzwald fließen, kann die WFG nicht sagen, sie selbst profitiere mit ihren Projekten jährlich mit 300.000 Euro von EU-Töpfen. Wichtig sei es, so Protzer, Firmen und Institutionen über Fördermöglichkeiten zu informieren und ihnen praktisch zu helfen von der Antragstellung bis zur Abrechnung. Die Beratungsarbeit von WFG sowie Industrie- und Handelskammer Nordschwarzwald (IHK) ergänzten sich. Mit der Bewilligung des Regio-Holz-Projekts der WFG fließen nach einer dreijährigen Wettbewerbsphase nun über 350.000 Euro Fördermittel in die Region Nordschwarzwald, von denen die Unternehmen der Nordschwarzwälder Holz- und Möbelbranche direkt profitieren werden. Firmen sollen zusammen mit Hochschulen die Forschungsarbeit verstärken.

Thema des Gesprächs war auch ein weiteres Projekt des Regio-WIN-Wettbewerbs des Landes mit EU-Mitteln, das von der Stadt Pforzheim mit der Hochschule Pforzheim geplant ist: das Zentrum für Präzisionstechnik (ZfP), für das die finanziell gebeutelte Stadt beim Enzkreis und dem Kreis Calw angeklopft hat, sich für die Dauer von drei Jahren zu beteiligen. Der CDU-Fraktionsvorsitzende brachte eine weitere Variante in die Diskussion: Die WFG könne doch diesen Part konzentriert für die Stadt- und Landkreise übernehmen und sich bei diesen über die jährliche Umlage refinanzieren. Dann brauche Pforzheims OB Gerd Hager nicht bei den Landräten betteln gehen. Nach Meinung von Regionalrat Andreas Hölzelberger, Bürgermeister von Haiterbach, wird ein Projekt dann akzeptiert, wenn es breit aufgestellt ist und der ganzen Region zugutekommt.

Beispielhaft ist, so die Fraktion, ein Projekt, das die WFG betreut: Das seit zehn Jahren betriebene Netzwerk Kunststoff („Innonet“), dessen Träger das Technologiezentrum Horb ist und bei dem inzwischen 84 Unternehmen Mitglieder sind, die jährlich zusammen 40.000 Euro an Beiträgen bezahlen. Wie Nadine Kaiser sagte, wächst dieses größte Kunststoff-Netzwerk Baden-Württembergs um jährlich zehn bis 15 neue Mitglieder. Es sei ein klassisches Projekt der Bestandspflege: Förderung der Zusammenarbeit der Mitgliedsunternehmen, qualifizierte Außendarstellung der Branche, Kontaktpflege zu Politik, Verbänden und anderen Netzwerken, Unterstützung der Kooperation von Forschung, Entwicklung und Wirtschaft, die Vermittlung von Forschungskapazitäten für kleine und mittelständische Unternehmen, Unterstützung im Bereich Nachwuchsförderung für die Branche, Identifikation von Fördermöglichkeiten und gemeinsame Beteiligung an Fachmessen. Es gibt auch das Netzwerk Holz und Möbel Nordschwarzwald. „Das Konzept wäre auch etwas für den Maschinenbau“, sagte Regionalrat Kurt Ebel (Remchingen).

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