Gewerbegebiete an der Autobahn sind eine Erfolgsgeschichte

20.01.2016

CDU-Regionalräte vor Ort im Heckengäu - Bürgermeister Michael Seiß berichtet über die Erfahrungen mit dem Interkom von Friolzheim und Mönsheim – Kritik am zögerlichen Verhalten des VPE

Friolzheim. Das Interesse von Firmen an Gewerbebauplätzen im Heckengäu ist ungebrochen, sagte der Bürgermeister von Friolzheim, Michael Seiß, bei einem Vor-Ort-Termin der CDU-Fraktion im Regionalverband Nordschwarzwald. „Wir hätten Flächen schon zwei- oder dreimal verkaufen können, so groß ist die Nachfrage“, wird Seiß in einer Pressemitteilung der Fraktion zitiert.

Als Pluspunkt des Standorts gelte die Nähe zur Autobahn 8, die ortsdurchfahrtsfrei Anbindung sowie die Tendenz von Unternehmen, die Enge des Ballungsraums Stuttgart zu verlassen und „nach draußen zu gehen“, wie es der Bürgermeister von Friolzheim formulierte. Seine Gemeinde entwickelte zusammen mit Mönsheim das interkommunale Gewerbegebiet „Interkom Gewerbepark Heckengäu“.

Nach der 2008 erfolgten Erschließung des Areals „Am Dieb“ an der Landesstraße 1134, des ersten zehn Hektar großen Abschnitts, habe man sehr zügig die Flächen verkaufen können, darunter an die Firma Bertrand, die dort bis auf mehr als 2000 Arbeitsplätze ausbauen will. Inzwischen ist mit „Reute“ an der Landesstraße 1180 der zweite, ähnlich große Teilbereich in Angriff genommen worden, auf dem Automobilhersteller Porsche bauen will. Nach Angaben von Seiß gibt es dann noch eine acht Hektar große Reservefläche. „Doch wir wollen zuerst die beiden ersten Teilbereiche konsolidieren.“ Jedenfalls sei das Interkom eine Erfolgsgeschichte, genauso wie das Gewerbegebiet „Egelsee“ der Stadt Heimsheim. Inzwischen komme auch die Fläche an der früheren Autobahnmeisterei auf den Markt.

„Im Heckengäu steppt bei den Gewerbegebieten der Bär“, sagte Fraktionsvorsitzender Günter Bächle (Mühlacker). Da sei mancher Verwaltungschef eines Mittelzentrums neidisch. Der Regionalverband als Planungsinstanz habe die Ausweisung der Flächen aktiv unterstützt. Für die CDU-Regionalräte sei es interessant zu hören, wie gut ein solches interkommunale Gewerbegebiet und die Zusammenarbeit der Kommunen funktioniert. Wichtig sei es für andere Bereiche der Region Nordschwarzwald, gute Anbindungen an die Autobahn 81 zu haben, sagten die beiden Regionalräte aus dem Kreis Calw, Landrat Helmut Riegger und Bürgermeister Andreas Hölzlberger aus Haiterbach. Dies gelte besonders für den mittleren und südlichen Teil der Region Nordschwarzwald.

rimär gehe es den Kommunen um neue Arbeitsplätze, sagte Seiß. „Wir hoffen aber natürlich auch auf Gewerbesteuer.“ Wichtig sei auch eine gute Anbindung an den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV). „Die Firmen rufen hier nach Verbesserungen.“ Nicht zufrieden ist der Bürgermeister, heißt es in der Mitteilung, mit der zähen Reaktion des Verkehrsverbundes Pforzheim/Enzkreis (VPE). „Wir bringen dem VPE Kunden und der braucht ein Jahr für ein Konzept, das bis jetzt nicht einmal öffentlich behandelt werden darf“, wird Seiß zitiert, der darauf hofft, dass die vom Land vorgesehene Expressbuslinie zwischen Vaihingen/Enz und Renningen auch die Gewerbegebiete im Heckengäu anfährt.

Ein weiteres Problem sei, so berichtete der Bürgermeister, die Grenze zwischen den beiden Verkehrsverbünden VPE und VVS. Unverständlich sei, dass sich der Enzkreis gegen weitere VVS-Tarifpunkte im Heckengäu wehrt. Für die Regionalräte steht fest: Das Gebiet gehört in den Verkehrs- und Tarifverbund Stuttgart (VVS). Bächle sagte, die Haltung der Kreisverwaltung sei in diesem Punkt antiquiert. Die Bestandssicherung des VPE zähle offenbar mehr als die Interessen der Kundschaft.

Die CDU-Fraktion zog das Fazit ihres Heckengäu-Besuchs: Der Bedarf an Gewerbegebieten sei vorhanden, aber sie müssten den richtigen Standort haben. Dazu müsse auch der Regionalverband beitragen. Negatives Beispiel, so die Schlussfolgerung, sei das Gewerbegebiet der Stadt Knittlingen an der Bundesstraße 35, das sich bisher nur habe schwer vermarkten lassen.

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